Montag, 25. Mai 2015
Woran glaubst du, Christ?
Was antwortet man als gläubiger Christ meist auf die Frage nach seinem Glauben? Und welche Antwort lässt sich größtenteils in Glaubensbekenntnissen finden? "Ich glaube an den dreieinigen Gott... Vater, Sohn und Heiliger Geist ... Für unsere Sünden gestorben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift... Gen Himmel aufgefahren, uns die Stätte zu bereiten..."

Und schon tauchen die Bilder auf: Ein Kirchenschiff, eine Bibel auf dem Altar, Ikonen, ein Kreuz mit einem mitleidig blickenden Jesus,... Gospelsänger, betende Hände, eine singende Gemeinde, das Vater Unser, die Predigt von der Kanzel ... diverse Evangeliumsverfilmungen, Moses mit den Steintafeln... der entfernte Klang von Bibellesungen, Worten von Liebe, Vergebung, Gottesfurcht... karitative Arbeit in Westafrika...

Aber ist es das, woran die Menschen glauben? Ist es die Figur, die sie sich immer und immer wieder am Kreuz vorstellen, wie sie für ihre Schuld leidet? Sind es denn wirklich die Gebote Gottes an sich, die den Glauben ausmachen? Oder die abstrakte Hoffnung auf die ewige Gemeinschaft mit Gott?

Oder ist es eher das, was eigentlich jeder Mensch kennt? Was jeder schonmal erlebt hat? Das Gute? Die tiefergehende Wahrheit? Der Sinn hinter dem Ganzen, die Quintessenz des Lebens, die zu erfassen und beschreiben der Mensch nicht fähig ist und sie deshalb mit "Gott" benennt?
Die Hoffnung darauf, dass das eigene Leben über das Sichtbare hinaus reichen kann, die sich im Paradies wiederfindet? Oder die Sehnsucht danach, trotz der eigenen Fehlerhaftigkeit vom Leben angenommen zu werden, die sich in Jesu Opfer zum Ausdruck bringt?

Weshalb wird Glaube eigentlich immer als etwas gesehen, dass die Wahrheit diktiert? Weshalb nicht andersherum? Weshalb sagt niemand, Glaube sei ein Versuch, sich dieser Wahrheit zu nähern, von der man eigentlich keine Ahnung haben kann?

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